Tatsächlich war es wohl ein deutscher Forscher, der im 19ten Jahrhundert als erster das Natriumglutamat entdeckte. Etwa 50 Jahre später, Anfang des 20ten Jahrhunderts, extrahierte ein japanischer Forscher aus Algen dieses Salz und stellte fest, des es Gerichten einen wohlschmeckenden, geschmacksverstärkenden Geschmack gibt. Das war die Geburtsstunde des „Umami“ Geschmacks, was übersetzt soviel heißt wie „köstlich“, der nicht die uns bekannten 4 Geschmacksrichtungen wie bitter, süss, salzig oder sauer abdeckt, sondern neu war für unsere Rezeptoren an den Geschmacksknospen.
Chemisch gesehen handelt es sich um ein Salz der Glutaminsäure mit der Bezeichnung Geschmacksverstärker und wird auf Etiketten der Lebensmittelverpackungen als E621 bis E625 bezeichnet.
Relativ unverständlich ist die vorherrschende Meinung, dass Glutamat keinerlei negative Effekte auf den menschlichen Körper hätte. Wenn man allerdings bedenkt, dass weltweit ca. 1,7 Millionen Tonnen jährlich produziert werden, dann ist es kein Wunder, dass sogar gewisse renommierte Quellen im Internet die schädlichen Nebenwirkungen herunterspielen. Es ist so, wie bei vielen Dingen in unserem Alltag. Die jeweilige Lobby kümmert sich durch geschickt eingesetzte Publicity um die gewünschte Anschauung. Dabei gibt es bereits etliche wissenschaftliche Untersuchungen, die die Unverträglichkeit im menschlichen und auch tierischen Organismus nachgewiesen haben.
Wir können natürlich in unserem Ladengeschäft für asiatische Lebensmittel nicht verhindern, dass in einigen Produkten Glutamat vorhanden ist. Aber wir können aufklären und nicht scheinheilig dem kleinen Teufel einen Heiligenschein überziehen, so wie es sogar in Bioläden geschieht und dort unter „Hefeextrakt“ eine „nette“ Bezeichnung bekommt. Und wir können uns um Produkte, bzw. Hersteller bemühen, die sich in ihrer Produktdeklaration ganz deutlich von Geschmacksverstärkern distanzieren oder keine Tarnkappenbezeichnungen benutzen.
Also aufgepasst oder auch mal nachgefragt bei:
E 621 bis E 625, Aroma, Hefeextrakt, Carrageen, Maltodextrin, Trockenmilcherzeugnissen, Würze, Würzstoff, Würzmittel, , fermentierter Weizen, Speisewürze, Gewürzextrakte, pflanzliche Würze, Sojawürze, Speisewürze, Fleischwürze, Flüssigwürze, Gekörnte Brühe, pflanzliches Eiweiß, Gewürzaromenzubereitung, Weizeneiweiß, Weizenprotein.
Natürlich müssen wir die Kirche im Dorf lassen und möchten zur Vervollständigung erwähnen, dass Glutaminsäure auf ganz natürliche Weise auch im menschlichen Körper gebildet wird. Der weitaus größere Teil unseres Bedarfs an Glutaminsäure wird jedoch durch die Nahrung geliefert. Wir benötigen Glutaminsäure für die Proteinsynthese und für die Umwandlung zu Glutamin. Glutamin gehört zu den Aminosäuren, die im Körper in großen Mengen vorkommt und die wichtige Funktionen hat, unter anderem die Umwandlung zu Gamma-Aminobuttersäure (GABS) im Gehirn.
Doch es ist so wie mit den meisten Dingen im Leben. Zuviel davon stört das Gleichgewicht im menschlichen Organismus und führt zu unangenehmen Nebenwirkungen. Das muss ja nicht unbedingt sein...
Wer sich noch eingehender zu diesem Thema informieren möchte, dem empfehle ich wärmstens folgende Webseite:
http://www.gzl.com/sortiment/streuwuerze/die-glutamat-story.html